Pre-Mastering - Lautheitswahn - Masteringstudio Marcus Pohl

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Pre-Mastering - Lautheitswahn

Auf dieser Seite finden Sie folgende Themen:

Wie entstand der Lautheitswahn?
Die klanglichen Vorteile von dynamischer Musik!
Was ist die Fletcher-Munson-Kurve?
Der commerzielle Aspekt


Wie ist der Lautheitswahn entstanden?

Das geschah sehr schleichend. Anfang der Achtziger Jahre mit der Einführung CD ist zunehmend der Lautheitswahn entstanden. A/B-Vergleiche konnten die Nachteile überkomprimierter Musik zumeist nicht deutlich machen.
Das Phänomen war allerdings auch bei der Schallplatte zu beobachten. Jedoch durch die physikalische Eigenschaft bei dem Verfahren der mechanischen Wiedergabe, war ohne digitale Signalprozessoren die Grenze schnell erreicht. Das hat zur Folge, dass eine Veröffentlichung im Wettbewerb gegenüber anderen Musiktitel sich durch setzen soll, auch wenn es sich dabei nur um ein halbes dB handelt.
Da die Entwicklung der psychoakustischen Geräte (Kompressor, Maximizer, Limiter) über die Jahre mehr und mehr zur Lautheitspirale geführt haben sind wir nun an einen Punkt  an dem der gute Geschmack schon überschritten worden ist.
Heute ist diese Spirale soweit eskaliert, dass die Angst der verantwortlichen Plattenfirmen-Manager, mit einer leiseren Veröffentlichung nicht genügend Aufmerksamkeit zu erhalten und wie anderen Produktionen wahrgenommen zu werden. Die Warnung verantwortungsbewusster Mastering-Engineere wird übertönt. Das führt zu Veröffentlichungen, die kurz davor sind, weißem Rauschen zu gleichen und dem Ohr ungefähr so charmant schmeicheln wie ein kräftiger Schlag ins Gesicht.



(Quelle Wikipedia)

Der Loudness Trend von 1983 bis 2000
Veranschaulichung des „Lautheits Wahn“ anhand eines Vergleichs
der Kurven des Beatles-Stückes „Something“ auf verschiedenen
Veröffentlichungen im Laufe der Jahre

Die klanglichen Vorteile von dynamischerer Musik!

Vergleicht man einen Musiktitel mit einem leisen dynamischen Abschnitt und dem gleichen Abschnitt aber mit sehr geringer Dynamik, so erscheint der laute Abschnitt besser man kann auch sagen druckvoller. Dies liegt in der Natur des Menschen und kann an Hand der Fletcher-Munson-Kurve erklärt werden.

Hört man ein und denselben Titel mit gleicher Lautheit ab, hiermit ist die empfundene Lautheit gemeint und nicht die Anzeige auf dem Volumenreglers, kann man den Unterschied auch leichter heraushören. Wenn man den Titel länger hört erschließt sich der Vorteil eines dynamischen Titels.  

Bei Musik die eine Dynamik von -5dBFs und weniger hat, kommt es aufgrund der Klangeigenschaften oftmals zu Kopfschmerzen und man ist schneller reizbar. Weiterhin ist man nicht in der Lage dynamische Ereignisse in der Musik wahrzunehmen.

Selbst bei großen internationalen Produktionen kommt es vor, dass auf der Pre- Master CD zwischen einzelnen Titeln keine Lautstärkeunterschiede mehr wahrzunehmen sind und auch messtechnisch die gleiche Lautstärke haben. Dabei waren auf der ungemasterten dynamischen Version sogar mehrere dB Unterschied innerhalb eines Titels wahr zu nehmen.

Auf überkomprimierten Pre-Mastern können Nuancen die zu einer Musikrichtung gehören leider nicht mehr wahrgenommen werden.  


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Hören Sie zur Verdeutlichung diesen YouTube-Beitrag von Wado. Das Beispiel zeigt einen Titel von 1986 mit Dynamik und in den darauf folgenden als Remaster mit sehr viel weniger Dynamik im Jahre 2006. Nun haben wir das Jahr 2010 und die Dynamik ist noch weiter verringert worden.


 

Bob Katz - music mastering and loudness Part 1



 

Bob Katz - music mastering and loudness Part 2



Was ist die Fletcher-Munson-Kurve

Die Fletcher-Munson-Kurve beschreibt die Eigenschaft, dass das Gehör bei höherem Pegel den Bass und den Höhenbereich stärker wahr nimmt als bei niedrigem Schallpegel.  

Viele werden diesen Effekt auch von Ihrem Loudness Schalter am Verstärker zum Ausgleich kennen. Es werden bei leisen Pegeln mit einem Loudness Schalter der Bass und Höhenbereich angehoben. Im Bassbereich um die 100Hz und im Höhenbereich um die 10kHz.

Um auch bei leiseren Pegel einen Ausgleich zu den lauten Pegeln im Bass und Höhenbereich zu schaffen, bedient man sich der Loudness Schaltung. Musik die bei einem niedrigen Pegel gehört wird, erscheint jetzt auch druckvoll, wärmer und brillanter. So wie es bei höherem Pegel ohne Loudness Schaltung der Fall ist.

Bei einem Vergleich wird man jedoch feststellen, dass die Loudness Schaltung über den Verlust von Transienten hinweg täuscht.
Das heißt, wenn ein Musiktitel welcher sehr dynamisch ist auf den selben empfundenen Pegel eingestellt wird wie der gleiche Musiktitel welcher aber überkomprimiert ist, dann ist der Bass in dem dynamischen Musikstück knackiger und präziser als bei dem überkomprimierten Musiktitel.

Fletcher-Munson-Loudness Kurve

Je leiser der Hörpegel (Schalldruck in dB/SPL) desto mehr Anhebung ist im Bass- und Höhenbereich notwendig um ein gleichmäßiges Klangbild zu erhalten.



Fletcher-Munson Kurve

Kommerzielle Sicht!

Artikel wird in kürze fertig gestellt.


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